Verfärbungen und Ausblühungen

Verfärbungen sind chemische oder physikalische Reaktionen, die nur in Verbindung mit Wasser entstehen. Wasser übernimmt hier die Transportfunktion der organischen oder anorganischen Substanzen.

Verfärbungen durch äußere Einflüsse:

Wie Witterung, Zementreste oder andere Schmutze (z.B. Metallstaub durch Flexen eines Metallgeländers) sind die häufigsten Verfärbungen und werden durch Substanzen wie Salze, Säuren und metallische Stoffe verursacht.

Die in Wasser gelösten Substanzen dringen in die Kapilar-systeme und Porenräume ein, das Wasser verdunstet und die Substanzen lagern sich als gesteinsverfärbende Feststoffe ab.

Bei Materialien mit einer niedrigen Wasseraufnahme laufen die Mechanismen nicht so stark ab. Gesteine mit höherer Wasseraufnahme können durch eine Imprägnierung geschützt werden.

 


Verfärbungen durch gesteinseigene Mineralien:

Entstehen unter dem Einfluß der Verwitterung, wobei sich verfärbungsverursachende Minerale ohne massive Fremdeinwirkung verändern. Aber auch mechanische und chemische Reinigungsmittel können chemisch labile Minerale verändern. Je nach Verwitterungszustand kann z.B. Biotit -Glimmer (Bestandteil von Granit) zweiwertiges Eisen freisetzen und somit den Limonitierungsprozeß (gelblich-braune Verfärbung) eingeleitet. (Limonit = Eisenhydroxid = Brauneisen)

Verfärbungsverursachende Minerale:

  • Biotit-Glimmer
  • Pyrit
  • Granat
  • Glaukonit
  • Markasit

Der Limonitisierungsprozeß läßt sich durch Säurebehandlung nicht aufhalten, im Gegenteil: Er wird eher noch beschleunigt. Natürlich entstehende Gesteinsverfärbungen stellen kein Mangel am Material dar. Dem Verarbeiter bzw. Bauherrn ist jedoch mitzuteilen, dass es bei einigen Materialien zu natürlich entstehenden Verfärbungen kommen kann.


Verfärbungen durch Substanzen aus dem Unterbau (z.B. metallische Anteile in Recycling-Unterbau):

Schadensverlauf: Nichtgebundene und wasserlösliche Stoffe (organisch oder anorganisch) steigen mit Hilfe von Überschusswasser zur Unterseite der Beläge und werden durch die Kapillare der Gesteine an die Belagsoberfläche transportiert. Nach Verdunsten des Wassers bleibt eine Festsubstanz, die sich als Verfärbung äußert.

Kalkausblühungen: Calciumkarbonat-Ausscheidungen, die durch freie Calciumhydroxidionen der Zemente in Wasser gelöst über die Kapillare der Gesteine zur Oberfläche gelangen. Im Außenbereich sehr häufig, da hier der Wechselzustand (naß/trocken) ideale Bedingungen schafft. Im Innenbereich normalerweise nur in der Austrocknungsphase (weiße Ausblühungen im Fugenbereich).

Randzonenverfärbungen: Verfärbungen durch ungeeignete elastische Fugmassen (Silikone-Acrylate). Im Flankenbereich dringen durch die Kapillarsaugkraft z.B. Weichmacheröle (Bestandteile der Fugenmassen) ein. Dies bewirkt eine Randzonenverfettung. Hier empfehlen wir spezielle Naturstein-Silikone zu verwenden.